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Freundschaft

13Jul09

• OHNEWORTEsein

yasmin und ich


• LEBENDIGsein

Nach langer Abstinenz bin nun auch wieder hier. Das Erste, was mir sprichwörtlich ins Auge fiel, war das neue Monatsthema. Rosa. Was verbinde ich damit?  Die Antwort fällt mir leicht.

Rosa ist eine Mädchenfarbe oder viel eher DIE Mädchenfarbe. Das fängt doch schon bei der Zimmerausstattung von Säuglingen an. Wenn es ein Junge wird, wird alles blau. Ein Mädchen bekommt die gleiche Ausstattung, aber natürlich in rosa. Ich frage mich, warum  das eigentlich so sein muss. Kann man nicht einfach etwas Neutrales wählen? Oder warum können Jungs keinen rosa Strampelanzug bekommen? Haben die Eltern dann schon Angst, es könnte „schwul“ wirken? Ist das alles so sehr in unseren Köpfen verankert?

Da hört es bei weitem noch nicht auf. Wenn Kinder älter werden, wird das Farbschema bei behalten. Mädchen spielen mit Puppen in rosafarbenen Kleidern, während Jungs mit Bausteinen und Autos spielen.

Also anscheinend war ich demnach kein Mädchen, denn es gehörte nicht zu meinen Kleinmädchenträumen alles in rosa zu bekommen. Okay, wenn ich darüber nachdenke, meine erste Barbiepuppe war eine Ballerina, aber ihr Freizeitoutfit beinhaltete ein blaues Kleid. Ich habe auch mit  Holzklötzen gespielt. Mädchen fand ich übrigens richtig blöd. Die wollten mir immer sagen, was ich nun zu tun hatte und dass ich gefälligst bei dem allseits beliebten Spiel “ Vater- Mutter- Kind“ mitzuspielen habe.

Als Teenager befindet man sich in einer inneren Krise, auch wenn einem das meist erst bewusst wird, wenn man die Pubertät längst hinter sich gelassen hat. Mädchen fangen an sich für Klamotten und Schminke zu interessieren. Auch da muss ich leider passen. Was ich aber mit Sicherheit von mir behaupten kann, ist, dass ich rosa abgrundtief gehasst habe. Neben lila und pink.  Das war mir alles zu mädchenhaft. Wenn ich an rosa dachte, kamen mir sofort kichernde Mädchen in den Sinn, die nichts außer Schminke und Jungs im Kopf hatten. Da das für den Großteil der Mädchen zutraf, kann man sich ausmalen wie mein Verhältnis zu einem bestimmten Typ Teenager so war.

Heute sehe ich das Ganze entspannter und ich muss zugeben, inzwischen liebe ich rosa, lila und vor allem auch pink. Ich kann auch eine Frau sein, ohne den gängigen Klischees zu entsprechen. Und dennoch- als ich letztes Jahr bei meinem Frauenarzt  wegen dem Thema Verhütung war, wurde ich bitter enttäuscht, als er sagte:

Also, wenn jetzt ihr Traumprinz vorbei kommt, dann ist erst mal nichts mit Kinder kriegen!

Glaubt mir, ich bin innerlich zusammen gezuckt und sofort dachte ich an den berühmten weißen Gaul mit seinem Prinz. Hinter ihm sitzt eine in rosa gekleidete Frau und klammert sich selig an ihn. Ich bin enttäuscht, dass selbst mein Arzt mich in eine rosa Schublade stecken möchte. Ich habe nie von dem Prinzen geträumt, aber ich hatte keine Lust auf eine Diskussion und habe tapfer die Zähne zusammen gebissen.

Bin ich also nur ein richtiges Mädchen oder eine Frau, wenn ich rosa mag? Muss ich an den Traumprinzen glauben oder es lieben Schuhe zu shoppen? Ich denke nicht, aber ich kann mich natürlich auch irren. Vielleicht hoffe ich ja noch, dass man aufhört bereits Kinder über gesellschaftliche Normen  einzuordnen. Da sehe ich alles durch die rosarote Brille.  Das sind eben meine ganz persönlichen Mädchenträume.


• MUSIKsein


Spendenwahn

26Dez08

• WIRsein

Jedes Jahr in der Vorweihnachtszeit fängt es an. Die Fernsehsender überschütten uns mit Galas und Spendenaufrufen und jedes Jahr versucht man mehr Geld zu bekommen. Die Idee an sich ist nicht schlecht, aber ich werde oft das Gefüh nicht los, dass viele damit einfach nur ihr Gewissen erleichtern. Wenn man schon sonst das Jahr über nichts gemacht hat, dann eben jetzt.

Mir kommt das irgendwie falsch vor. Ich unterstelle natürlich nicht, dass es keine Leute gibt, bei denen es von Herzen kommt, aber im Hinterkopf habe ich stets jene Menschne, die ihre Spende von der Steuer absetzen wollen oder solche, die sich damit brüsten Geld gespendet zu haben.

Ich habe eine Idee. Wie wäre es denn zum Beispiel, wenn man einfach vor der Haustür anfängt? Man könnte Jemandem die Türe aufhalten, den Platz im Bus frei machen oder einfach dem Obdachlosen ein paar Cents geben. Doch selbst daran scheitert es am Fest der Liebe.

Der Bonner Bahnhof ist wahrscheinlich der hässlichste Bahnhof in ganz Deutschland. Es gibt einen netten Ausdruck für den Bereich, in dem sich vermehrt Obdachlose aufhalten. Ich spreche natürlich vom “ Bonner Loch“. Erst Mitte dieses Jahres wurde festgelegt, dass man in dem Bereich rund ums Bonner Loch weder Alkohol kaufen, noch ihn bei sich führen darf. Damit ist das Problem meiner Meinung nach nur verschoben, aber nicht beseitigt. Die „lästigen“ Alkoholiker, Obdachlosen etc. sind wenigstens aus dem Sichtfeld entfernt. Jawohl. Wenn man für Leute in Not spendet, spendet man doch auch für notleidende Menschen. Warum nicht hier? Wenn man spendet, ist man meist nicht mit der Realität konfrontiert. Es ist alles weit weg.

An Heiligabend bin ich also am Hinterausgang des Bonner Loches herausgegangen, weil ich nach Hause wollte. Ich muss da jeden Tag durch. Es gibt viel weniger Leute, die am Boden sitzen und betteln, als noch letztes Jahr, aber am Hinterausgang steht eigentlich jeden Tag ein Obdachloser und fragt um Geld. Auch wenn sie kein Geld bekommen, sagen sie jedes Mal:

Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag!

Die Menschen gehen nur schnell weiter, als wären sie auf der Flucht. Man kann nicht ständig allen Geld geben, das ist klar, aber ist es denn zuviel verlangt freundlich zu sein? Ist Respekt zuviel verlangt?

Ich habe an Heiligabend also ein paar Cents in einen Plastikbecher geschmissen und einen selbstgebackenen Keks an den älteren Obdachlosen gegeben. Er hat mich umarmt. Ich war überrascht und seltsame Blicke habe ich natürlich auch bekommen. Er hatte kaum Zähne im Mund ,war 75 Jahre alt, sah verbraucht aus und hatte schmutzige, grobe Hände, aber ich habe gemerkt, er freut sich. Das Problem war nur, dass er dann anfing zu reden und nicht mehr aufhören wollte. Niemand hört diesen Menschen zu und seien wir mal ehrlich, jeder von uns braucht etwas Aufmerksamkeit. In meinem Fall, bekam ich ein spontanes Liebesgeständnis und die Frage, ob ich schon einen Freund habe… Das war mir dann doch etwas zuviel, aber auch ich habe mich gefreut, dass ich etwas Gutes tun konnte und sei es nur ein Lächeln auf das Gesicht meines Gegenübers zu zaubern oder dafür zu sorgen, dass er sich etwas zu essen kaufen kann.

Ich denke, wir sollten unsere Umwelt bewusster wahrnehmen. Zu Weihnachten zu spenden ist nicht verkehrt, aber man sollte das aus den richtigen Gründen tun und mit offenen Augen durch die Welt gehen.


• GEFRAGTsein



P!nk

18Dez08

• MUSIKsein •

Wenn mein Leben einen Soundtrack hätte, würde gerade dieses Lied laufen. Wie oft war ich auf einer Party und habe mich genau so gefühlt? Ich kam mir oft wie ein Fremder und hatte das Gefühl alles distanziert und von ganz weit weg zu betrachten- sogar mich selbst.